Historie

 

Trotz meiner hauptberuflichen Stationen, hier chronologisch aufgeführt, als Produktentwickler im Themenbereich Computer, Produktmanager im Bereich Unterhaltungselektronik, Produktmanager Automotive,  Personalreferent Automotive, ist es mir gelungen, mit viel Herzblut, Engagement und Fachwissen mein Hobby als Tonbandamateur zu einem Tonstudio auszubauen und technisch auf dem neuesten Stand zu halten.

Die Faszination der Musik hat einen hohen Stellenwert in meinem Leben. Als langjähriger aktiver Musiker bei "The Fabs" und später "Fabs & Sandra", eine der damals wohl bekanntesten Band im süddeutschen Raum, konnte ich diese Faszination erleben.

 

 

Aufgrund beruflicher Anforderungen war das Ende als Musiker absehbar. Nach dem Ende der aktiven Musikerzeit stellte sich mir die Frage: Ist der neue Lebensabschnitt ohne Musik vorstellbar? Undenkbar!! Schon immer interessierte mich die Technik, die hinter der Musikaufführung und der Musikaufzeichnung und Speicherung stand. Meine Vorstellung, die ich schon lange in mir trug war: Weg von der Bühne und hinter das Mischpult. Hier kann ich mein  technisches KnowHow sowie die musikalische Erfahrung einbringen. Diese Mischung aus Technik und Musik hat mich schon immer begeistert. Mein Kellerstudio in der Gerberstrasse, welches ich schon zu meiner aktiven Musikerzeit als Hobby betrieb, sollte vergrößert werden. Die Idee wurde umgesetzt, ein kleines Tonstudio entstand. Doch sehen Sie selbst, wie alles begann…

 

 

 

Wie es begann...

 

Ein Kellerraum in der Gerberstrasse in Villingen wurde von mir in einen Partyraum umgestaltet. Dieser etablierte sich recht schnell als bekannter Musikertreff der Villinger Musikerszene. Natürlich sollten die spontanen Sessions festgehalten werden.

Es wurde von mir ein Tonbandgerät der Marke Grundig TK25 angeschafft und mit einem Grundig Mikrofon sehr viel experimentiert. Das Ergebnis: ein zweites Tonbandgerät musste her. Es war ein Grundig TK1 (beide Geräte Halbspur Mono).
 

Mit einem 4-Kanal Mischpult, dem Saba Regiemixer, sowie einigen zusammengesuchten Mikrofonen (Kohlemikrofone?) konnten nun auch Aufnahmen von Tape to Tape mit zusätzlicher Einspielung erstellt werden. Leider existieren aus dieser Zeit keine Bänder mehr. Es überlebte als Kopie und überspielt auf einer Kassette ein Livemitschnitt unserer Band "The Fabs". Aufgenommen mit Saba Regiemixer, vier Diktiermikrofonen und dem TK25.

 

Die Ansprüche stiegen, die Marke Uher war angesagt,  es waren der Mixer Mix 5 und Uher Royal im Einsatz. Es folgten Revox A77, dann RSD 12-Kanal Mixer, ASC 6002, die Vierkanalmaschine Teac 40-4, später kurzfristig Teac 80-8 (8-Kanal, Halbzoll), Novanex 16-Kanal Mixer und dann der Schwenk auf das Fostex Mehrkanalprogramm. Als Mastermaschine war die Revox PR99 im Einsatz.

Hinzu kam die Einbindung der Midi-Technik mit der notwendigen Peripherie wie Sampler, 16-Spur Hardware-Sequenzer, Drumcomputer und diversen Keyboards.

Bedingt durch das Auftragsvolumen, erfolgte die Anmeldung des Tonstudios im Jahr 1983 als Gewerbebetrieb. Schwerpunkte der Tätigkeiten waren damals: Anfertigen von Demos, Jingles, Eigenkompositionen, Videovertonung, Konzert- und Livemitschnitten, sowie die Überspielung von zeitkonfektionierten Kassetten.

 

Eine Kassettenkopieranlage wurde mit hochwertigen Dual-Kassettenrecordern zusammengestellt, dann im Jahr 1988 ersetzt durch die Doppelrecorder Teac W995 RX. Es konnten in einem Arbeitsgang 20 Kassetten im hochwertigen 1:1 Kopierverfahren hergestellt werden. Mit dem Einzug der Digitaltechnik 1990 (3 DAT-Recorder Sony im Einsatz) wurde das gesamte Tonbandarchiv auf DAT gesichert. Die verwendeten Masterbänder zeigten die bekannten Ablösungen der Magnetschicht (Pfeiffton beim Abspielen). DAT wurde nun als Aufnahme- und Mastermedium eingesetzt, die Bandmaschinen, außer der Revox PR99, verkauft.


Ab 1994 Ersteinsatz eines Computers, die 8-Kanal Bandmaschiene Fostex R 8 wurde durch den 8-Kanal Digitalrecorder ADAT Blackface ersetzt. Im Jahr 1997 Einsatz eines neuen schnelleren PCs (Umbau auf internen SCSI-Bus) mit Philipsbrenner (2-fach) mit Schnitt- und Brennsoftware. Ein Rohling kostete anfänglich 15,00 DM, verschossene CDs waren ein tägliches Übel. An einem Tag wurden einmal 10 CDs verbrannt, das waren mal schnell 150,00 DM die in den Sand gesetzt wurden. Lehrgeld im wahrsten Sinn des Wortes!!
 

Die CD setzte sich langsam durch. Um den Rechner zu entlasten wurde 1998 eine separate CD-ROM Brennstation angeschafft, dann ein Jahr später Ausbau der Brennstationen. Die Kassettenproduktion geht langsam zurück zugunsten der CD. Die Kassettenrecorder werden Zug um Zug verkauft. Ein 2ter PC wurde 1999 zugelegt, um den Audiorechner zu entlasten. 

Auf den Bildern sind die Entwicklungsstationen dargestellt.

Im Jahr 2003 erfolgte die Neukonzeption -Digitales Studio-. Resultierend daraus wurde nicht mehr benötigte Hardware-Peripherie verkauft. Ein Hochleistungs-Audiorechner wurde mittels separater Komponenten individuell zusammengestellt und mit der in den Tonstudios etablierten Software konfiguriert. Ein weiterer Rechner wurde für die Layouterstellung und Bürotätigkeit angeschafft.

Die aktuellen Bilder des Studios befinden sich auf der Seite "Rundgang".

Als aktiver Musiker und Techniker ist es mir nicht schwer gefallen, mich in die Welt der Aufnahmetechnik einzuarbeiten. Viel Fachlektüre, Belegung von Seminaren und Workshops, der Besuch in Studios sowie der Austausch mit Gleichgesinnten halfen mir weiter. Zu diesen Gleichgesinnten gehört auch der unabhängige, aktive Audioklub -intertape-, dem ich seit 1975 als aktives Mitglied angehöre. Zu sehen und zu hören unter www.intertape.de.

 
 

Danke

Ein besonderer Dank gilt dem Gründer und Besitzer des Labels und Tonstudios MPS Records, Hans Georg Brunner-Schwer, in Villingen. In seinem Studio konnte ich mir mit seiner Hilfe Aufnahmetechnik, KnowHow und ein kritisches Gehör aneignen. Der legendäre Hans Georg Brunner-Schwer hat Musikgeschichte geschrieben.

Im Alter von 77 Jahren kam Hans Georg Brunner-Schwer am 14. Oktober 2004 bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben.

Wer mehr über diesen interessanten Mann wissen möchte, kann sich die DVD "Jazz In The Black Forest" ansehen. Mit dieser DVD wird die Geschichte über sein Lebenswerk "MPS ein Jazzlabel" feinfühlig nachvollzogen. Weitere Informationen über diesen Pionier der Aufnahmetechnik erhält man, wenn in eine Internet-Suchmaschine der Begriff "Brunner-Schwer" eingegeben wird oder unter der direkten Eingabe: www.hgbs.de.

nächste Seite

zurück